so läuft eine Yogastunde ab
Manch einer aus meinem Umfeld kann sich ausgerechnet mich nicht in einer Yogastunde vorstellen. Oft werde ich gefragt was ich da so mache. Bei diesen Gesprächen stelle ich immer wieder fest, dass die Meisten immer noch ein völlig falsches Bild vom Yoga haben,denn aus stundenlangem Stillsitzen und “ohm” singen besteht Yoga nicht.
Vielmehr ist es ein komplettes Bodytraining mit dem Ziel beweglich zu bleiben. Nach jahrelangem Training ist man in der Lage seine Gliedmaßen in alle Richtungen zu verbiegen *g*.
Wie alles im Leben hat auch eine Yogastunde eine bestimmte Struktur. Ich möchte etwas Licht in die Angelegenheit bringen und eine Yogastunde durchleuchten.
Es beginnt mit einer kurzen Anfangsentspannung, ca. 5 min. Hier liegen wir auf der Yogamatte in Shavasana, der Totenstellung:
- die Beine sind hüftbreit geöffnet
- die Handfächen zeigen zur Decke
- das Kinn zeigt zum Brustbein
- Schultern und Nacken entspannen sich
- die Augen sind geschlossen, die Lippen liegen sanft aufeinander
- Einatmen, der Bauch hebt sich, Ausatmen, der Bauch senkt sich.
- bevor man sich völlig fallen lassen darf, werden gleichzeitig die Beine und die Arme ein paar cm angehoben, der Bauch und der Po angespannt, der Kopf nach hinten gestreckt und die Schulterblätter hinter dem Rücken zusammen geschoben. In dieser Stellung bleibt man etwa 10 sec.
Nach einer erfolgreichen Anfangsentspannung folgt die Begrüßung. Hierfür sitzt man auf seinem Meditationskissen, im Schneidersitz, Hände im chinmudra (Daumen und Zeigefinger zusammen) für 3 mal “Ohm”, um eine positive Stimmung in den Raum und in sich selbst zu bringen.
Zum Hatha-Yoga gehören auch die Atemübungen. Diese vergrössern das Lungenvolumen und reinigen die Lungen. Kabalabati, die Schnellatmung und die Wechselatmung werden praktiziert.
Nun kann es mit dem Sonnengruß zur Aufwärmung weiter gehen. Dabei werden mehrere Asanas (Yogaübungen) hintereinander in dieser Reihenfolge ausgeführt:
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Beide Hände vor den Brustkorb nehmen und Ausatmen - – Einatmen und gleichzeit beide Arme nach oben und hinten strecken, Schultern, Schulterblätter zusammenführen, Gesäß anspannen
- - Ausatmen, Oberkörper nach unten beugen und mit beiden Händen den Boden berühren
- - Einatmen und dabei das rechte Bein nach hinten strecken und den linken Fuss aufsetzen. Das rechte Bein gut strecken, Oberkörper richtet sich auf
- - der Stütz: Atem anhalten und auch das zweite Bein auch nach hinten stellen, die Arme sind durchgedrückt
- - Ausatmen, dabei Stirn und Brust den Boden berühren lassen
- - die Kobra: Einatmen, dabei den Oberkörper anheben
- - der Hund: Ausatmen, dabei mit dem Becken hochkommen, die Ferse auf den Boden drücken, die Arme sind durchgedrückt
- - Einatmen, dabei rechten Fuss nach vorne stellen (analog Nummer 3)
- - Ausatmen und dabei auch mit dem linken Fuss nach vorne kommen, die Beine durchstrecken, die Hände auf dem Boden
- - Einatmen, beide Arme über den Kopf strecken
- - Ausatmen und beide Arme zur Hüfte führen
Nun ist der Körper warm und bereit für das eigentliche Training, beginnend mit der Stellung des Kindes (siehe Bild). Dabei tief in den Bauch atmen. Die folgenden Asanas werden in dieser Reihenfolge ausgeführt und so lange wie möglich gehalten:
- Umkehrstellung, hier hat man die Wahl zwischen Kopf- oder Handstand, Skorpion, Hund
- Schulterstand
- Pflug
- Brücke
- Rad
- sitzende Vorwärtsbeuge
- Bauchentspannungslage
- Kobra
- Heuschrecke
- Bogen
- Kamel
- Drehsitz
- stehende Vorwärtsbeuge
- Krähe
- Baum
Das anstrengenste ist nun vorbei und man hat eine kleine Belohnung verdient: die Tiefenentspannung. Es wird ähnlich wie die Anfangsentspannungs ausgeübt mit dem Unterschied, dass es bis zu 20 min. dauert. Man sollte versuchen nicht einzuschlafen, da die Tiefenentspannung sonst nicht wirken kann. Es sollte bewußt wahrgenommen werden.
Danach lädt Andrea zum Yogatee und einem entspannten Plausch ein. Zum Schluß wird noch etwa 10 min. still auf dem Yogakissensitzend meditiert. Einige verlassen zu diesem Zeitpunkt den Yogakurs, jedoch ist die Meditation wichtig. Es fördert die Konzentration und befreit den Kopf.
Das Verabschieden gleicht der Begrüßung. Mit 3 mal “Ohm” ist die Yogastunde vorbei.
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